Das Schicksal von NS-Opfern
KREIS GROSS-GERAU. Mil dem Überfall der deutschen Wehrmacht auf Polen begann 1939 der zweite Weltkrieg und damit das schlimmste G metzet in der Ceschichle der Menschheit. Doch nicht nur Abermillionen Soldaten verloren in dem bis 1945 währenden Waffengang ihr Leben. In der doppelt so lang dauernden dunkelsten deutschen Epoche (1933 bis 1945) wurden auch Millionen Zivilisten von den Nazi-Schergen ermordet: jüdische Mitbürger, psychisch kranke und körperlich behinderte Menschen, Homosexuelle, Sinti und Roma, politische Gegner und ausländische Zwangsarbeiter.
Führung über den jüdischen Friedhof in Groß-Gerau
An drei dieser Opfergruppen Wird in den kommenden Wochen innerhalb der "Werkstatt-Gespräche der GedenkKultur" betitelten und vom Bischofsheimer Kulturwissenenschaftler Professor Dr. Wolfgang Schneider geleiteten Reihe der Kreisvolkshochschule [KVHS) Groß-Cerau erinnert. Zum Auftakt wird Walter Ullrich, der Vorsitzende des Fördervereins ,Jüdische Geschichte und Kultur im Kreis Groß-Gerau", Interessierte am Mittwoch, 16. September, ab 17 Uhr über den jüdischen Friedhof in Groß-Gerau führen. Männliche Teilnehmer werden gebeten, dabei eine Kopfbedeckung zu tragen. Danach steht ab 18.30 Uhr ein Besuch im Stadtmuseum der Kreisstadt auf dem Programm. Dessen langjähriger Leiter Jürgen Volkmann, Pfarer Wolfgang Prawitz und Hans-Georg Vorndran beleuchten die jüdische Geschichte im Kreis Groß-Gerau. Es folgt am Freitag, 6. November eine Exkursion zur Gedenkstätte in Hadamar, wo zwischen 1941 und 1945 fast 15.000 psychisch Erkrankte und Menschen mit Behinderung ermordet wurden. Der von den Nazis euphemistisch als "Euthanasie" ["schöner Tod" oder Gnadentod) bewichneten Vernichtung fieleen auch rund 80 Bürger aus der hiesigen Region zum Opfer. Einem Rundgang durch die Gedenkstätte der früheren Tötungsanstalt folgt eine Workshop-Phase, in der sich die Teifoehmenden mit den Biografien von Verfolgten cler NS-"Euthanasie" beschäftigen können. Die Abfahrt erfolgt um 14 Uhr am Rathaus Bischofsheim.
Der dritte Teil dieser Veranstaltungsreihe steht unter dem Motto “Zwangsarbeit im Nationalsozialismus - Forschungen für das Gedenken” und geht am Montag, 16. November, über die Bühne. Dabei wird zunächst die Historikerin Christine Hanwig-Thürmer ab 17 Uhr an der Gedenkstätte hinter der evangelischen Kirche Gustavsburg an das Schicksal derjenigen Menschen erinnern, die einst vor Ort bei der MAN, der Schiffswerft, der VOM und in der Landwirtschaft als Zwangsarbeiter ausgebeutet wurden.
Im Anschluss berichtet Johannes Gärtner, ein Student der Geschichtswissenschaft. ab 18 Uhr im Museum Bischofsheim von den laufenden Recherchen des örtlichen Arbeitskreises Stolpersteine über die Opfer von Zwangsarbeit bei der Deutschen Reichsbahn und der Adam Opel AC in Rüsselsheim. Ergänzend weist Kulturwissenschaftler Schneider darauf hin, dass im Verlauf des Zweiten Weltkriegs über 13 Millionen Zwangsarbeiter die landwirtschaftliche Versorgung und Rüstungsproduktion des Deutschen Reichs aufrecht hielten". Diese seien zwischen 1940 und 1945 unter anderem aus Frankreich, Belgien, Polen, Russland, der Ukraine, den Niederlanden, Italien, Weißrussland und Litauen nach Deutschland verschleppt worden.
Anmeldungen für die einzelnen Veranstaltungen sind auf der Homepage der KVJHS unter
http://www.kvhsgg.de/gesellschaft erforderlich, weitere Infos gibt's per E-Mail an info@~@kvhsgg.de sowie unter Telefon 06152-18700.


